Smart Beta: Einfach Erklärt

Dr. Chandra Seethamraju, Vice President, Director of Systematic Modeling innerhalb von Franklin Templeton Solutions, erklärt, was hinter Smart Beta steckt. In diesem Video erläutert er:

  • Den Unterschied zwischen herkömmlichem und Smart Beta
  • Faktoren und warum diese für die Wertentwicklung von Bedeutung sind
  • Wie Smart Beta auf eine starke risikobereinigte Wertentwicklung abzielt

Transcript

Hallo. Mein Name ist Dr. Chandra Seethamraju. Ich möchte Ihnen erklären, was hinter Smart Beta steckt.   

Gut.  Sie denken vielleicht:  Warum sollte ich mich für Smart Beta interessieren?  Nun, wie wäre es, wenn ich Ihnen sage, dass es Ihre Denkweise über Indexfonds komplett verändern könnte?  Oder besser noch, wenn ich Ihnen einfach sage, dass Sie dadurch intelligenter investieren können?

Doch bevor wir weiter über Smart Beta reden, sollten wir erst einen Schritt zurückgehen.  Wir sollten über das gute alte, herkömmliche Beta sprechen. 

Was ist das genau?

In der Investmentwelt war Beta ursprünglich ein Maßstab für die Volatilität eines Wertpapiers oder eines Portfolios im Verhältnis zum Aktienmarkt als Ganzes.  Ein neuerer Begriff, den Sie vielleicht kennen, ist „Cheap Beta“, also preiswertes Beta.  Hmm, Cheap Beta.  Sie fragen sich vielleicht, wenn Beta für die Volatilität im Verhältnis zum Gesamtmarkt steht, wie kann es preiswert sein – oder meinetwegen auch teuer?

Nun, heute dient der Begriff Beta ebenfalls als Kürzel für ein umfangreiches Engagement am Aktienmarkt – in der Regel über Investitionen, die häufig den S&P 500 und andere bedeutende Indizes abbilden.

Cheap Beta bezieht sich also darauf, dass Sie dieses Engagement preisgünstig erhalten – zum Beispiel über börsengehandelte Fonds bzw. ETFs, die große Indizes wie den S&P 500 abbilden.  Ist dies jedoch die intelligenteste Art für ein Engagement am Aktienmarkt?

Diese ETFs sind in der Regel nach Marktkapitalisierung gewichtet.  Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass große Unternehmen automatisch einen größeren Teil des Portfolios ausmachen, wohingegen kleinere Unternehmen einen kleinen – oftmals winzigen – Teil des Portfolios darstellen.  Welche dieser Unternehmen den besten Wert bieten, wird gar nicht erst in Betracht gezogen. Da steckt nicht viel dahinter.  Doch natürlich bekommt man das, wofür man bezahlt.  Wenn es doch nur eine besser durchdachte Möglichkeit gäbe, auf systematische Weise ein breites Engagement am Markt aufzubauen.

Zum Glück gibt es diese – und hier kommt Smart Beta ins Spiel.  Smart Beta Fonds beruhen auf Faktoren, die sich über lange Zeit bewährt und in der Vergangenheit die Wertentwicklung von Aktien beeinflusst haben.  Sie möchten wissen, was ein Faktor ist? Faktoren sind spezielle Merkmale von Aktien oder Portfolios.  Betrachten wir einmal den Faktor Qualität.  Qualität berücksichtigt die Rentabilität und die Bilanz eines Unternehmens. 

Ein Smart Beta Fonds könnte anfangs die gleichen Aktien in Erwägung ziehen, die auch ein kapitalgewichteter Index enthält. Doch die Anwendung des Qualitätsfaktors würde bedeuten, dass der Fonds nur in einer Teilmenge von Unternehmen mit gesunden Erträgen und soliden Bilanzen anlegt.  Andere gängige Faktoren sind Wert, Momentum und niedrige Volatilität.  Ähnlich wie auch der Faktor Qualität sind sie das Ergebnis umfassender wissenschaftlicher Forschung.

Kurz gesagt: Durch eine Anlage in einem kapitalgewichteten ETF engagieren Sie sich am Aktienmarkt, einschließlich eines unbeabsichtigten Engagements in zahlreichen Aktien oder Merkmalen, die unter Umständen nicht die optimale Wahl sind.  Smart Beta ETFs investieren dagegen nur in bestimmten Aktien des weiter gefassten Index, je nachdem welche Faktoren sie einsetzen und wie diese zur Anwendung kommen. Daher nennen sie sich „Smart“ – da sie bewusst mehr als ein reines Marktengagement anstreben, denn sie zielen auf eine risikobereinigte Wertentwicklung ab, die über der des Referenzindex liegt.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an Smart Beta. Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.